Stellungnahme zu den Gewalttaten gegen LSBTIQ

Stellungnahme zu den Gewalttaten gegen LSBTIQ-geflüchtete Menschen beim CSD in Oldenburg

Berlin, 03.08.2017

Am 20. Juni wurden Menschen von der Bremer Gruppe ‚Queeraspora‘, eine Initiative gegründet von geflüchteten LSBTIQ, LSBTIQ of Color und Migrant_innen, beim CSD Nordwest in Oldenburg körperlich angegriffen. Neben den abscheulichen gewaltvollen Übergriffen, sind wir entsetzt darüber, wie wenig Solidarität und Zivilcourage von Seiten der mehrheitlich weißen Deutschen CSD Besucher_innen gezeigt wurde.

In LSBTIQ-Räumen und Veranstaltungen wie dem CSD sollte es ein Bewusstsein gegenüber unterschiedlichen Diskriminierungsformen geben – vor allem auch weil Rassismus in den queeren Szenen häufig thematisiert, aber selten ein adäquater Umgang von weissen Organisationen gegenüber Rassismus gefunden wird. Auch im Rahmen von Festen wie dem CSD, die mittlerweile etablierte Veranstaltungen mit hohen Besucherzahlen sind, muss es eine klare Position der Veranstalter_innen geben wie rassistische Gewalt verhindert werden kann. Wir fordern klare Maßnahmen, die alle Besucher_innen des Christopher Street Days vor diskriminierenden und gewaltvollen Übergriffen schützen!

Wir möchten uns beim Rat und Tat Zentrum Bremen nochmal für das klare Statement und die Unterstützung der betroffenen Personen bedanken. Ein großes Danke geht vor allem auch an die Gruppe Queerspora, die so wichtige Arbeit in Bremen leistet! Euch viel Kraft für den CSD Bremen im August!

MSO-Inklusiv! ein Projekt des Migrationsrats Berlin

Der Christopher Street Day ist ein internationaler Gedenktag, der an den Widerstand von Schwarzen und PoC LSBTIQ-Personen gegen rassistische, homo- und transfeindliche Polizeigewalt am 28. Juni 1969 im Rahmen des Stonewall-Aufstands in New York erinnert. Die Stonewall-Protete wurden von Schwarzen und Latinx Trans* Personen angeführt, die sich gegen die gewalttätigen, staatlichen Razzien richteten, denen die Besucher_innen der Stonewall-Bar in der Christopher Street immer wieder ausgesetzt waren.

Migrationsrat Berlin e. V.

Stellungnahme als PDF: